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Montag, 24. September 2012

Blanding - Dolores - 131km - Tag 21

Gestern hatte ich geschrieben, dass es kurz nachdem wir vom Lake Powell aufgebrochen waren, mal kurz ein paar Regentropfen gegeben hat. Richtig geregnet hat es aber nicht. Das hat sich heute geändert, denn es hat richtig angefangen zu regnen.

Wir sind heute Morgen, noch bei schönen Wetter vom Motel in Blanding weggefahren. Es ging zunächst noch erstmal etwas nach oben den Berg hinauf, für den Rest des Tages war es ein stetiges Hoch und Runter. Wir waren auf einer einigermaßen ruhigen Straße unterwegs bis wir nach Monticello gekommen sind. Dort gab es Pizza zum Mittagessen, danach ging es wieder auf die Straße. Wir haben uns nicht so wahnsinnig viel Zeit gelassen, weil wir heute unbedingt nach Dolores wollten, denn von dort geht es dann wieder richtig in die Berge. 

Wir sind in Monticello auf den Highway 491 abgebogen. Eine widerliche Straße. Es stinkt hier und da nach verwesenden Tieren, die offensichtlich vor die Lastwagen geraten sind. Die sind hier sehr zahlreich unterwegs und teilweise wahnsinnig laut. Das hat zur Folge, dass man sich auf dem Rad kaum unterhalten kann. Könnte aber auch daran liegen, dass der Asphalt einfach laut ist. Außerdem liegen alle paar Meter Überbleibsel von explodierten Lastwagenreifen rum. Ich kann mir nicht vorstellen,  dass hier jeden Tag etliche Lastwagen mit explodierenden Reifen zu kämpfen haben. Man kann also darauf schließen, dass hier ewig nicht mehr saubergemacht worden ist. Üblicherweise werden über das sogenannte "Adopt a Highway-Programm" die Straßen von Freiwilligen regelmäßig saubergemacht. Hier hat sich scheinbar noch niemand für diese Aufgabe gefunden. 

Nicht weit hinter Monticello haben wir uns dann auch von Utah verabschiedet und sind nach Colorado reingefahren. 



Was sich vorher in Nevada und auch in Utah gezeigt hat, trifft (zumindest bis jetzt) auch auf Colorado zu. Die Örtchen auf dem Land sind teilweise so verwahrlost, dass es schon erschreckend ist. Man sieht kam mal ein normales Haus. Man sieht viele der winzigen Mobile Homes aber auch viele winzige Holzhäuser die so klein sind, dass man sich fragt wie man darin wohnen kann, und die scheinbar seit den Vierzigern nicht mehr gestrichen worden sind. Manchmal sind die Höfe die zu den Häusern gehören mit einem großen Haufen Schrott und Müll garniert. 



Nachdem wir in Dove Creek eine Pause gemacht haben, sind wir auf eine Schlechtwetterfront aufmerksam geworden. Wir haben uns ins Zeug gelegt, weil es in der Richtung in die wir wollten am Himmel noch recht freundlich aussah. 


Das hat eine gewisse Zeit auch gut geklappt. Es war schon den ganzen Tag ein wahnsinniger Seitenwind. Der war der Grund dafür, dass, als wir schließlich dann doch vom Regen einholt wurden, die Regentropfen schön von der Seite auf den armen Radfahrer auftrafen. Trotz Regenjacke ziemlich unangenehm. Dabei ist mir auch aufgefallen, dass eine Regenjacke eigentlich kaum was nützt wenn man unter der Jacke nass geschwitzt ist. Man friert dann einfach wie ein Schneider. Wir haben uns an einer Kirche untergestellt und etwas abgewartet. Das heißt Ken und Ich. Kyle war wieder etwas hinterher und ist auch beim Regen weitergefahren. Ken und ich haben uns dann aber entschlossen, dass wir keine Lust haben ein nasses Zelt aufzubauen und in einen nassen Schlafsack zu schlüpfen. Also haben wir ein bisschen telefoniert und ein Motel in Dolores gebucht. 



Wir haben uns dann durch den wieder einsetzenden Regen durchgekämpft, und sind gegen 8 dann endlich im scheinbar ganz schönen (es war ja schon dunkel) Dolores in unserem Motelzimmer abgestiegen.

Sonntag, 23. September 2012

Lake Powell - Blanding - 126km - Tag 20

Nachdem wir gestern nicht so weit gekommen sind haben wir uns für heute etwas mehr vorgenommen. Zuerst wollten wir aber noch im See schwimmen gehen. Da es gestern schon dunkel war als wir angekommen sind, konnten wir das nicht mehr machen. Der heutige Morgen begann dann aber mit einer Enttäuschung: es gibt für "Fußgänger" überhaut keinen Zugang zum Wasser. Es gibt keinen Strand und der Steg, der ins Wasser führt endet im Matsch. Also kein Schwimmen. Wir haben statt dessen im ansässigen Convenience-Store gefrühstückt und haben uns aufgemacht. Tagesprogramm: 80 Meilen. Davon die ersten 50 Meilen bergauf. Wir hatten uns dieses Programm nicht selbst auferlegt. Es gibt schlichtweg zwischen dem Lake Powell und dem Ort Blanding keine Möglichkeit sich zu versorgen, nicht einmal mit Wasser. Es gibt auch auf dem Weg keine Flüsse oder Bäche aus denen man Wasser holen könnte.

Ich hatte für diese 80 Meilen etwas mehr als dreieinhalb Liter Wasser aufs Rad geladen. Ich hatte ausgerechnet, dass ich ungefähr alle 5 Meilen ein bisschen trinken kann. Das hat auch einigermaßen hingehauen, angenehm wars aber nicht. Da lernt man mal, wie sich Durst wirklich anfühlt. Und man merkt wie gut simples Wasser sein kann. 

Wir haben uns dann langsam den Berg hinaufgearbeitet. Es war nicht wahnsinnig steil, aber es ging eben konsequent bergauf. Zwischendrin habe ich mal ganz kurz ein Paar Regentropfen auf der Haut gespürt, richtig angefangen hat es aber nicht.



Ken und ich sind in einem solchen Terrain immer etwas flotter unterwegs als Kyle der so ein bisschen zurückgefallen ist. Ich war die meiste Zeit des Tages nur mit Ken unterwegs. Dem ging irgendwann das Wasser aus. Wir hatten gesehen, dass hier und da Leute unterwegs waren. Es war ja Sonntag und die ein oder andere Familie war scheinbar auf die Idee gekommen das schöne Wetter für einen Ausflug zu nutzen. 

Wir waren wohl in der Nähe eines Indianerreservats unterwegs denn es waren alles Indianerfamilien (Ist diese Bezeichnung eigentlich noch politisch korrekt? Oder müsste man sagen die "Amerikanischen Ureinwohner" oder "Nachfahren der Ureinwohner"?). Wir haben dann jedenfalls eine Familie angesprochen und auf Nachfrage wohin wir denn wollen gab es dann zwei Flaschen Wasser für jeden von uns. Die nette Frau war sich aber dann doch unsicher obs reicht und hat uns nochmal zwei Flaschen in die Hand gedrückt. Es ist wirklich erstaunlich wie viel Sicherheit so ein paar Wasserflaschen ausstrahlen können. Wir haben uns jedenfalls gefreut wie kleine Kinder und dabei sind uns bestimmt auch ein paar Steine vom Herzen gefallen, weil wir uns nun sicher sein konnten dass es reicht. Die Abfahrt machte dann umso mehr Spaß.



Wir sind dann nach einem langen Tag gut in Blanding angekommen. Wir haben ein sehr nettes Motel gefunden, das exakt genauso viel kostet wie das von vorgestern, aber insgesamt hundert Mal besser ist. Es scheint so zu sein, dass in den kleinen Dörfern die miesesten Absteigen überleben weil die, die durch den Ort durchkommen einfach irgendwas nehmen müssen. Ist es aber ein etwas größerer Ort (Blanding hat etwa 4000 EW, Hanksville weniger als 1000 EW) und das Motel nicht das einzige am Platz, müssen die Eigentümer schon etwas tun. Das merkt man hier. Das Motel ist sicher nicht neu, man merkt aber, dass immer wieder was dran gemacht worden ist.

Gegessen haben wir heute mal in einem Fast-Food-Laden. Wir haben ausgerechnet, dass zu den Kalorien, die wir ohnehin verbrauchen (also so ca. 2500 pro Tag) nochmal 6000 dazukommen wenn wir den ganzen Tag auf dem Rad sitzen. Da kann man den Tag über essen wie blöd (auch Fast-Food) und bleibt trotzdem immer unter dem was man wirklich verbraucht.

Morgen geht es dann raus aus Utah. Nach Colorado, bereits der vierte Staat auf meiner Tour. Die Berge konnte man auf der Abfahrt heute schon sehen.


Hanksville - Lake Powell - 82 km - Tag 19

Obwohl ich heute früh aufgewacht bin sind wir erst sehr spät vom Motel weggekommen. Wir sind ja gestern erst nach 10 in Hanksville eingetrudelt sind, haben wir den heutigen Morgen dazu genutzt verschiedene Sachen zu erledigen. So zum Beispiel die ein oder andere Schraube am Fahrrad festziehen oder im Internet zu surfen. Obwohl das Motel eine ziemlich miese Absteige war, gab es ein gutes Wifi und dazu einen schönen Arbeitsplatz im schattigen Garten.

Dabei sind innerhalb von kurzer Zeit zwei andere Radler vorbeigekommen die irgendwie quer durch Amerika unterwegs sind. Der eine hatte ein Problem mit seinem Reifen und wurde irgendwo von einem Ehepaar aufgelesen. Die hatten ihn nach Hanksville gebracht, damit er dort sein Rad reparieren konnte. Leider konnten wir ihm dabei nicht weiterhelfen. Er benötigte einen neuen Reifen. Wir haben keine dabei und sonst ist im Umkreis von vielleicht 100 Meilen nichts aufzutreiben.
Ein weiterer kam vorbei mit dem wir uns kurz unterhielten. Er kam von Denver, wohin er wollte weiß ich gar nicht mehr. Ich habe, insbesondere seit ich in Utah bin, dutzende Reiseradler getroffen, die irgendwie in den USA von A nach B wollen. Ab und zu sind auch welche dabei, die richtig lange unterwegs sind. Also ein halbes oder ein ganzes Jahr.

Wir haben uns dann gegen halb 2 nach Hite am Lake Powell aufgemacht. Es war nicht so besonders weit, deshalb haben wir uns auch Zeit gelassen. Außerdem gab es einen wahnsinnigen Gegenwind, der zügiges Fahren unmöglich machte. Dies, gepaart mit der zurückkehrenden Langeweile der Wüste, hat bei mir eine gewisse Lustlosigkeit hervorgerufen. Am späten Nachmittag ließ der Wind dann nach und man konnte einigermaßen entspannt an den See fahren. Dennoch war es schon dunkel als wir dort angekommen sind.



Wir haben im dunkeln ein schönes Plätzchen ausfindig gemacht. Nachdem wir von anderen Campern den Hinweis bekommen hatten, dass es massenweise Treibholz gäbe, dass wir für ein Lagerfeuern nehmen könnten, haben wir uns ein schönes Lagerfeuer gemacht. Das ist beim Wildzelten im Wald leider nicht möglich, deshalb habe ich das besonders genossen. Mit Whiskey und leckerem Essen (wir hatten uns heute vor dem Aufbruch in Hanksville Steaks gekauft, außerdem haben wir von den Nachbarn Hot-Dogs geschenkt bekommen) haben wir bis spät am Abend am Feuer gesessen.

Samstag, 22. September 2012

Calf Creek Campground - Hanksville - 153km - Tag 18

Nachdem es gestern etwas später geworden war, bin ich heute nicht gut und nicht früh aus dem Zelt gekommen. Zum Frühstück hatten wir uns wieder zu Maren und Jason gesellt, die großzügig ihre Vorräte mit uns teilten.

Bis wir dann aufgebrochen waren war es schon nach 11. Wir haben uns für den Tag einiges vorgenommen. Zum einen stand wieder ein hoher Berg mit über 9000 Fuß an, zum anderen wollten wir auch wieder relativ weit fahren, weil wir zum Waschen und Duschen mal wieder in ein Motel mussten. Das Hotel haben wir von Unterwegs gebucht, also war das Ziel für diesen Tag fix.

Unmittelbar mit dem Verlassen des Campingplatzes gings den Berg auch schon den Berg hoch. Das war ganz schön anstrengend. Ich habe da schon gemerkt, dass das ein anstrengender Tag werden würde.

Rast haben wir in Boulder gemacht. Wieder so ein Örtchen mit Hippies und Bioläden und teuren Sachen. Da es auf dem Weg aber keine Alternativen gab etwas zu Essen zu finden, haben wir uns dort versorgt.

Wir haben uns dann weiter den Berg hochgeschraubt. Als wir oben waren war es schon 5 und wir hatten noch über 60 Meilen zu fahren. Wir sind dann einige Meilen den Berg runter und haben nochmal Pause gemacht. Es gab einen Sandwich und ne Cola. Ich wollte nicht auf dem Rad nicht einschlafen. Es wurde schon langsam dunkel, aber es half nix wir mussten weiter.

Es waren noch 47 Meilen zu gehen. Ein Teil der Strecke legten wir dabei im Capitol Reef National Park zurück. Einer der vielen Parks hier im Westen wo man tolle Gesteinsformationen in allen möglichen Farben vor allem aber Rot) bewundern kann.



Als wir dann endlich ankamen war es schon nach Zehn. Ich war müde und glücklich angekommen zu sein. Die Monsteretappe von heute hat zumindest zur Folge das wir morgen nicht so weit fahren müssen. Am Lake Powell wird Schluss sein.

Bis zum heutigen Tag habe ich schon über 1600km zurückgelegt. Das bedeutet, dass ich schon über ein Viertel aller Kilometer geschafft habe, die auch zu den schwierigeren zählen.


Bryce Canyon National Park - Calf Creek Campground - 110km - Tag 17

Nachdem gestern Ruhetag war, wurde heute wieder der Hintern und die Beine malträtiert. Wir sind nicht besonders früh vom Park weggekommen. Wir hatten uns durch den zweitägigen Aufenhalt ziemlich ausgebreitet und bis das ganze Zeug wieder auf dem Rad war (inklusive Frühstück) hat es eine Zeit gedauert.

Wir sind aus dem Park raus und haben uns wieder auf die eigentliche Strecke begeben. Wir sind dabei durch das Örtchen Tropic gekommen wo wir bei der Post angehalten haben. Ken hatte sich von zu Hause ein Päckchen schicken lassen und hat es dort bei der Post abgeholt. Inhalt: Whiskey und Räucherlachs. Das Päckchen hatte der Vater gepackt und es gut gemeint. Wir fanden dort eine Flasche Makers Mark, allerdings keine normale, sondern eine mir schätzungsweise 1,5 Litern Inhalt. Wie das dann auf den Rad verstaut aussieht seht ihr hier:


Wir sind dann weiter durch Utah gefahren. Immernoch in der Wüste aber dennoch glücklicherweise nicht so langweilig wie in Nevada. Die Etappe gestaltete sich nicht besonders schwierig, es gab zwar ein paar kleinere Berge und Hügel zu überwinden, aber nichts großes. Dennoch muss man sagen, dass man nach einen Ruhetag nicht unbedingt merkt, dass man jetzt besser drauf ist oder so. Den Erholungseffekt kann ich jetzt also nicht genau beschreiben.

Wir haben dann Mittags in einem Ort Namens Escalante Halt gemacht. Mir scheint als sei Utah so ein bisschen eine Hippiehochburg, und seltsamerweise eine sehr teure. Es gab einen Laden, der Outdoorprodukte verkaufte und an den ein Cafe angeschlossen war. Davor saßen bärtige Mittdreißiger. Der Laden war lächerlich teuer. Sowohl die Klamotten (Karohemd 160$, die Patagoniasachen habe ich mir gar nicht erst angeguckt) sowie die Pizza im Cafe. Preis für eine Pizza: stolze 22$ - eine kleine versteht sich.
Statt dessen haben wir dann an einem Burgerladen gegessen. Der war preislich ok, und deshalb wohl gut besucht.

Wir sind bis in den Abend hinein gefahren und kamen irgendwann überraschend in einen wahnsinnig schönen Canyon hinein. Das war in der Gegend des Grand Staircase National Monument. Um so eine spektakuläre Gegend fahrend zu erleben ist das Rad einfach ein ideales Mittel da man alles so unmittelbar wahrnimmt, im Gegensatz zum Auto beispielsweise. Man hat Zeit rumzugucken, man sieht alles, man kann immer sofort anhalten wenn man will, man nimmt alle Gerüche und Geräusche wahr.


Am Abend sind wir an einem schönen Campingplatz inmitten des Canyons vorbeigekommen und wir haben uns entschieden dort die Nacht zu verbringen. Es war ein ganz kleiner Platz mit wenigen Stellplätzen die alle belegt waren. So sind wir auf die große Wiese ausgewichen, auf der noch zwei weitere Zelt standen.

Wir hatten ja den Whiskey dabei, und haben unsere Zeltnachbarn, Maren und Jason, gefragt ob sie etwas Eis dabei hätten. Es ergab sich dann, dass wir an ihr Lagerfeuer eingeladen wurden und dort mit Ihnen einen interessanten Abend verbracht haben. Mit Hot-Dogs, Bier und Whiskey.

Bryce Canyon National Park - Ruhetag - Tag 16

Heute war Pause angesagt. Ich habe mein Rad nur angefasst um ein bisschen dran rumzuschrauben. Ich bin noch vor Sonnenaufgang aufgestanden, weil es hier im Park einen Aussichtspunkt gibt der besonders interessante Aussichten bietet, wenn die aufgehende Sonne die Berge anstrahlt. Das ist wirklich beeindruckend und ein Highlight für jeden Parkbesucher. Deshalb war es auch nicht verwunderlich, dass als wir an dem Aussichtspunkt angekommen sind, sich schon dutzende andere Parkbesucher dort versammelt und viele auch Stative mitgebracht hatten um verwacklungsfreie Bilder Photos zu schießen. Ich habe die Gelegenheit genutzt und auch ein paar Bilder gemacht.


Den Rest des Tages habe ich genutzt um ein bisschen zu entspannen. Wir haben Wäsche gewaschen und andere Dinge gemacht zu denen man nicht kommt wenn man den ganzen Tag auf dem Rad sitzt. Zum Beispiel Kaffeetrinken.

Am Abend gabs dann noch einen Spaziergang in den Canyon herunter. Damit man sagen kann, dass man zumindest ein bisschen vom eigentlichen Park gesehen hat.


Mittwoch, 19. September 2012

Panquitch – Bryce Canyon National Park – 40 km – Tag 15

Da wir heute nur vor hatten nach Bryce Canyon zu fahren, wo wir morgen einen Ruhetag einlegen werden, hatten wir es heute Morgen nicht eilig. Am frühen Morgen hatte sich Kyle wieder gemeldet den ich zwei Tage zuvor abgehängt hatte und der zwischenzeitlich verschollen war.

Wir haben zusammen in einem Laden gefrühstückt. Es gab Steak and Eggs. Das ist tatsächlich ein richtiges Rib-Eye-Steck was zum Frühstück mit Eiern serviert wird. Das war lecker und das erste Mal übrhaupt, dass man ein Stück Fleisch tatsächlich mal „Medium“ bekommen hat wenn man es "Medium Rare" bestellt hat.

Wir haben uns dann aufs Rad geschwungen und sind zum Bryce Canyon gefahren. Teilweise sind wir auf einem tollen Radweg durch den sogenannten "Red Canyon" gefahren. Kurz bevor wir in den Park rein sind haben wir in einem überteuertem Touristenladen noch ein paar Sachen fürs Abendessen eingekauft wo sich ein ganzer Bus voll Franzosen sich sehr für unsere Räder interessierten die wir vor dem Laden abgestellt hatten.


Im Park haben wir dann wir dann einen schönen Zeltplatz bekommen wo wir nun zwei Tage bleiben und etwas entspannen werden. Morgen wird der erste Tag auf der Reise sein, an dem ich mal gar nicht Radfahren werde.

Wir haben uns ein bisschen im Park umgesehen, ein bisschen gegrillt und ein paar Bier getrunken. Eine Sorte ist mir dabei besonders aufgefallen: Eine Brauerei hat ein Bier nach Charles Darvin benannt. Warum? Weil sie damit dagegen demonstrieren wollen, dass in den Schulen nicht mehr die Evolutionstheorie sondern dieser komische „Intelligente Kreation“-Quatsch gelehrt wird. Sowas bescheuertes muss man sich mal vorstellen. Das ist ein guter Grund mit einem Bier dagegen zu demonstrieren! Die Brauerei hat übrigens noch ein zweites „Demonstrationsbier“ im Angebot. Damit demonstriert man gegen eine Extra-Biersteuer in Utah. Zur Markteinführung wurden 4 Fässer des Bieres nach dem Vorbild der Boston Tea-Party in den Great Salt Lake geschüttet.