Wir sind heute Morgen, noch bei schönen Wetter vom Motel in Blanding weggefahren. Es ging zunächst noch erstmal etwas nach oben den Berg hinauf, für den Rest des Tages war es ein stetiges Hoch und Runter. Wir waren auf einer einigermaßen ruhigen Straße unterwegs bis wir nach Monticello gekommen sind. Dort gab es Pizza zum Mittagessen, danach ging es wieder auf die Straße. Wir haben uns nicht so wahnsinnig viel Zeit gelassen, weil wir heute unbedingt nach Dolores wollten, denn von dort geht es dann wieder richtig in die Berge.
Wir sind in Monticello auf den Highway 491 abgebogen. Eine widerliche Straße. Es stinkt hier und da nach verwesenden Tieren, die offensichtlich vor die Lastwagen geraten sind. Die sind hier sehr zahlreich unterwegs und teilweise wahnsinnig laut. Das hat zur Folge, dass man sich auf dem Rad kaum unterhalten kann. Könnte aber auch daran liegen, dass der Asphalt einfach laut ist. Außerdem liegen alle paar Meter Überbleibsel von explodierten Lastwagenreifen rum. Ich kann mir nicht vorstellen, dass hier jeden Tag etliche Lastwagen mit explodierenden Reifen zu kämpfen haben. Man kann also darauf schließen, dass hier ewig nicht mehr saubergemacht worden ist. Üblicherweise werden über das sogenannte "Adopt a Highway-Programm" die Straßen von Freiwilligen regelmäßig saubergemacht. Hier hat sich scheinbar noch niemand für diese Aufgabe gefunden.
Nicht weit hinter Monticello haben wir uns dann auch von Utah verabschiedet und sind nach Colorado reingefahren.
Was sich vorher in Nevada und auch in Utah gezeigt hat, trifft (zumindest bis jetzt) auch auf Colorado zu. Die Örtchen auf dem Land sind teilweise so verwahrlost, dass es schon erschreckend ist. Man sieht kam mal ein normales Haus. Man sieht viele der winzigen Mobile Homes aber auch viele winzige Holzhäuser die so klein sind, dass man sich fragt wie man darin wohnen kann, und die scheinbar seit den Vierzigern nicht mehr gestrichen worden sind. Manchmal sind die Höfe die zu den Häusern gehören mit einem großen Haufen Schrott und Müll garniert.
Nachdem wir in Dove Creek eine Pause gemacht haben, sind wir auf eine Schlechtwetterfront aufmerksam geworden. Wir haben uns ins Zeug gelegt, weil es in der Richtung in die wir wollten am Himmel noch recht freundlich aussah.
Das hat eine gewisse Zeit auch gut geklappt. Es war schon den ganzen Tag ein wahnsinniger Seitenwind. Der war der Grund dafür, dass, als wir schließlich dann doch vom Regen einholt wurden, die Regentropfen schön von der Seite auf den armen Radfahrer auftrafen. Trotz Regenjacke ziemlich unangenehm. Dabei ist mir auch aufgefallen, dass eine Regenjacke eigentlich kaum was nützt wenn man unter der Jacke nass geschwitzt ist. Man friert dann einfach wie ein Schneider. Wir haben uns an einer Kirche untergestellt und etwas abgewartet. Das heißt Ken und Ich. Kyle war wieder etwas hinterher und ist auch beim Regen weitergefahren. Ken und ich haben uns dann aber entschlossen, dass wir keine Lust haben ein nasses Zelt aufzubauen und in einen nassen Schlafsack zu schlüpfen. Also haben wir ein bisschen telefoniert und ein Motel in Dolores gebucht.
Wir haben uns dann durch den wieder einsetzenden Regen durchgekämpft, und sind gegen 8 dann endlich im scheinbar ganz schönen (es war ja schon dunkel) Dolores in unserem Motelzimmer abgestiegen.
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