Ich hatte für diese 80 Meilen etwas mehr als dreieinhalb Liter Wasser aufs Rad geladen. Ich hatte ausgerechnet, dass ich ungefähr alle 5 Meilen ein bisschen trinken kann. Das hat auch einigermaßen hingehauen, angenehm wars aber nicht. Da lernt man mal, wie sich Durst wirklich anfühlt. Und man merkt wie gut simples Wasser sein kann.
Wir haben uns dann langsam den Berg hinaufgearbeitet. Es war nicht wahnsinnig steil, aber es ging eben konsequent bergauf. Zwischendrin habe ich mal ganz kurz ein Paar Regentropfen auf der Haut gespürt, richtig angefangen hat es aber nicht.
Ken und ich sind in einem solchen Terrain immer etwas flotter unterwegs als Kyle der so ein bisschen zurückgefallen ist. Ich war die meiste Zeit des Tages nur mit Ken unterwegs. Dem ging irgendwann das Wasser aus. Wir hatten gesehen, dass hier und da Leute unterwegs waren. Es war ja Sonntag und die ein oder andere Familie war scheinbar auf die Idee gekommen das schöne Wetter für einen Ausflug zu nutzen.
Wir waren wohl in der Nähe eines Indianerreservats unterwegs denn es waren alles Indianerfamilien (Ist diese Bezeichnung eigentlich noch politisch korrekt? Oder müsste man sagen die "Amerikanischen Ureinwohner" oder "Nachfahren der Ureinwohner"?). Wir haben dann jedenfalls eine Familie angesprochen und auf Nachfrage wohin wir denn wollen gab es dann zwei Flaschen Wasser für jeden von uns. Die nette Frau war sich aber dann doch unsicher obs reicht und hat uns nochmal zwei Flaschen in die Hand gedrückt. Es ist wirklich erstaunlich wie viel Sicherheit so ein paar Wasserflaschen ausstrahlen können. Wir haben uns jedenfalls gefreut wie kleine Kinder und dabei sind uns bestimmt auch ein paar Steine vom Herzen gefallen, weil wir uns nun sicher sein konnten dass es reicht. Die Abfahrt machte dann umso mehr Spaß.
Wir sind dann nach einem langen Tag gut in Blanding angekommen. Wir haben ein sehr nettes Motel gefunden, das exakt genauso viel kostet wie das von vorgestern, aber insgesamt hundert Mal besser ist. Es scheint so zu sein, dass in den kleinen Dörfern die miesesten Absteigen überleben weil die, die durch den Ort durchkommen einfach irgendwas nehmen müssen. Ist es aber ein etwas größerer Ort (Blanding hat etwa 4000 EW, Hanksville weniger als 1000 EW) und das Motel nicht das einzige am Platz, müssen die Eigentümer schon etwas tun. Das merkt man hier. Das Motel ist sicher nicht neu, man merkt aber, dass immer wieder was dran gemacht worden ist.
Gegessen haben wir heute mal in einem Fast-Food-Laden. Wir haben ausgerechnet, dass zu den Kalorien, die wir ohnehin verbrauchen (also so ca. 2500 pro Tag) nochmal 6000 dazukommen wenn wir den ganzen Tag auf dem Rad sitzen. Da kann man den Tag über essen wie blöd (auch Fast-Food) und bleibt trotzdem immer unter dem was man wirklich verbraucht.
Morgen geht es dann raus aus Utah. Nach Colorado, bereits der vierte Staat auf meiner Tour. Die Berge konnte man auf der Abfahrt heute schon sehen.
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