Heute war der letzte Tag vor der Pause die nun in Huntington ansteht. Als ich heute morgen aufgewacht bin war schlechtes Wetter. Es regnete zwar nicht richtig, aber es war extrem diesig und nass. Da bin ich von den vergangenen Tagen einfach verwöhnt schätze ich.
Deshalb habe ich mir Zeit gelassen mit dem loskommen heute. Es waren ja eh nur 70 Meilen zu fahren und ich hatte mich bei Dan für den späten Nachmittag angekündigt. Als ich dann losgefahren bin hat es dann richtig geregnet. Zumindest war es nicht wirklich kalt. Ich hatte in einem Motel in der Nähe der Autobahn übernachtet und musste um auf die Straße zu kommen die mich nach Huntington bringt, musste ich erst mal nach Morehead.
Morehead ist eine kleine Stadt die weniger Einwohner hat, als Studenten in der ansässigen Uni eingeschrieben sind. Als ich durch den Ort (mehr ist das ja eigentlich nicht) durchgefahren bin, bei dem Regen, hab ich mir gedacht :"Glück gehabt, dass es mich damals nicht hierhin verschlagen hat vor 5 Jahren".
Da ich heute die meiste Zeit dem Highway 60 gefolgt bin, der wiederum in gleicher Richtung wie die Interstate verläuft, gab es kaum Verkehr. Nach und nach wurde der Regen weniger und gegen Mittag hat es dann ganz aufgehört.
So lange ich auf dem Highway unterwegs war, war das Terrain relativ radfahrerfreundlich. Erst am Nachmittag habe ich dann eine Abkürzung genommen und den Highway verlassen. Wenn man sowas macht muss mann in den Appalachen promt damit rechnen, dass es hügelig wird. So war es dann auch, es ging (so wie es schon in Kentucky ein paar Tage zuvor gewesen war) hoch und runter. Aber es stand ja eine Woche Pause an, deshalb habe ich ein bisschen Gas gegeben.
Irgendwann ging es dann wieder runter. Dann habe ich ein kleines Flüsschen überquert un bin nach West Virginia reingekommen. Bevor ich nach Huntington gekommen bin habe ich noch Kenova durchquert, so etwas wie einen Vorort von Huntington. Wenn man das Ziel so nah vor Augen hat, dann ziehen sich die letzten Kilometer ganz schön.
Im wieder einsetzenden Regen bin ich dann nach Huntington reingekommen (die Orte sind praktisch miteinander verbunden). Ich habe es mir dann aber nicht nehmen lassen noch ein bisschen rumzufahren und zu gucken was sich so getan hat. Viel war es jedenfalls nicht, es hat sich nicht so angefühlt als wäre man über vier Jahre nicht mehr dagewesen.
Abends bin ich dann mit Dan zu Fat Pattys gegangen. Das ist eine Kneipe die praktisch auf dem Campusgelände liegt in der wir damals viel Zeit verbracht haben. Ich habe aber den Eindruck dass es dort nicht mehr so wild zugeht wie früher und dass es ein bisschen "familienfreundlicher" geworden ist. Jedenfalls gibt es aber dort immer noch die besten Pommes von der ganzen Welt! Das sind Pommes die, bevor sie frittiert werden, irgendwie mariniert werden. Dann kommen sie auf einen tiefen Teller und werden mit Cheddar und Speck überbacken. Danach kommen noch ein paar Frühlingszwiebeln drüber und fertig. Demjenigen der das erfunden hat gehört ein Denkmal gesetzt! Und so sieht das Kunstwerk aus:
Morgen geht es dann ins tiefste West Virginia zu Dan nach Hause. Da war ich noch nie und er hat mir volle Hillbilly-Action versprochen. Ich bin gespannt!
Posts mit dem Label Woche 7 werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Woche 7 werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Sonntag, 4. November 2012
Mittwoch, 17. Oktober 2012
Frankfort - Morehead - 136 km - Tag 44
Gestern war ja eher ein ruhiger Tag gewesen. Deshalb hatte ich heute wieder ein bisschen mehr vor. Ich wollte es nach Morehead schaffen. Das waren zwar auch "nur" 85 Meilen, ich hab aber damit gerechnet, dass es noch ein bisschen hügeliger werden würde. Heute Morgen war ich wieder beim Frühstück als es draußen noch dunkel war.
Gestern Abend hatte ich in meinem Zimmer unter dem Bett noch ein Paar Socken gefunden. Socken die nicht mir gehören. Ich habe beim Check-Out dann dem Typ an der Rezeption davon erzählt. Die ganze Geschichte war dem noch nicht einmal ein blasses "Sorry" wert. Mehr als das hätte ich auch gar nicht erwartet, aber es machte den Eindruck, dass es ihm völlig egal war. Seltsame Einstellung.
Wieder bei tollem Herbstwetter ging es auf die Straße. Es ging, wie ich erwartet hatte, weiter mit ordentlichen, steilen Hügeln. Eigentlich ging es permanent rauf und runter. Wie auf einer Achterbahn. Es ging vorbei an mondänen Anwesen durch eine tolle Herbstlandschaft.
Heute gab es, mehr noch als gestern, viele Farmen zu sehen die sich auf die Pferdezucht spezialisiert zu haben scheinen. Man sieht nur noch Pferde, ein paar Kühe, aber kaum Felder. Wenn dann Hafer, der bestimmt für die Zucht verwendet wird. Eine der Farmen sind wahnsinnig groß und bieten scheinbar nicht nur Pferde an. So wie es bei der ein oder anderen aussah, konnte man auch Häuser auf deren Land erwerben. Das Konzept scheint sich zu rechnen:
Ich bin dann auf kleinen Straßen etwas nach Süden abgebogen. Also heraus aus der Gegend um Lexington, um in Richtung West Virginia zu kommen. Es ging hügelig weiter. Zudem hatte ich nun erwartet, dass die ein oder andere Hundeattacke erfolgt, doch die blieben aus. Einmal bin ich an einem vergammelten mobile Home vorbeigekommen, vor dem 7 Hunde angebunden waren die alle einen Riesen Tanz veranstaltet haben als ich vorbeigekommen bin. Warum braucht man 7 Hunde vor seiner Haustüre? Dann bin ich an einem Haus vorbeigekommen, vor dem lagen zwei Hunde faul in der Sonne. Sie haben mich spät bemerkt und haben dann die Verfolgung aufgenommen. Irgendwie sind sie sich dabei aber in die Quere gekommen und ich war weg.
Das letzte Stück des heutigen Tages war einigermaßen flach. Was für ein Genuss! Ich habe dann zeitig mein Tagesziel Morehead erreicht. Morgen geht es dann nach Huntington. Ich kann kaum glauben, dass es schon so weit ist. Morgen Nachmittag werde ich insgesamt schon c.a. 4800 km zurückgelegt haben. Ich hatte eigentlich geplant ungefähr in zwei Wochen dort anzukommen. Das bedeutet, dass ich mir viele freie Tage verdient habe. Mal gucken was ich damit anstellen werde.
Gestern Abend hatte ich in meinem Zimmer unter dem Bett noch ein Paar Socken gefunden. Socken die nicht mir gehören. Ich habe beim Check-Out dann dem Typ an der Rezeption davon erzählt. Die ganze Geschichte war dem noch nicht einmal ein blasses "Sorry" wert. Mehr als das hätte ich auch gar nicht erwartet, aber es machte den Eindruck, dass es ihm völlig egal war. Seltsame Einstellung.
Wieder bei tollem Herbstwetter ging es auf die Straße. Es ging, wie ich erwartet hatte, weiter mit ordentlichen, steilen Hügeln. Eigentlich ging es permanent rauf und runter. Wie auf einer Achterbahn. Es ging vorbei an mondänen Anwesen durch eine tolle Herbstlandschaft.
Heute gab es, mehr noch als gestern, viele Farmen zu sehen die sich auf die Pferdezucht spezialisiert zu haben scheinen. Man sieht nur noch Pferde, ein paar Kühe, aber kaum Felder. Wenn dann Hafer, der bestimmt für die Zucht verwendet wird. Eine der Farmen sind wahnsinnig groß und bieten scheinbar nicht nur Pferde an. So wie es bei der ein oder anderen aussah, konnte man auch Häuser auf deren Land erwerben. Das Konzept scheint sich zu rechnen:
Ich bin dann auf kleinen Straßen etwas nach Süden abgebogen. Also heraus aus der Gegend um Lexington, um in Richtung West Virginia zu kommen. Es ging hügelig weiter. Zudem hatte ich nun erwartet, dass die ein oder andere Hundeattacke erfolgt, doch die blieben aus. Einmal bin ich an einem vergammelten mobile Home vorbeigekommen, vor dem 7 Hunde angebunden waren die alle einen Riesen Tanz veranstaltet haben als ich vorbeigekommen bin. Warum braucht man 7 Hunde vor seiner Haustüre? Dann bin ich an einem Haus vorbeigekommen, vor dem lagen zwei Hunde faul in der Sonne. Sie haben mich spät bemerkt und haben dann die Verfolgung aufgenommen. Irgendwie sind sie sich dabei aber in die Quere gekommen und ich war weg.
Das letzte Stück des heutigen Tages war einigermaßen flach. Was für ein Genuss! Ich habe dann zeitig mein Tagesziel Morehead erreicht. Morgen geht es dann nach Huntington. Ich kann kaum glauben, dass es schon so weit ist. Morgen Nachmittag werde ich insgesamt schon c.a. 4800 km zurückgelegt haben. Ich hatte eigentlich geplant ungefähr in zwei Wochen dort anzukommen. Das bedeutet, dass ich mir viele freie Tage verdient habe. Mal gucken was ich damit anstellen werde.
Georgetown - Frankfurt - 113 km - Tag 43
Gestern hatte ich 100 Meilen gemacht. Für den heutigen Tag hatte ich nur 65 Meilen geplant und konnte es am Morgen etwas locker angehen lassen. Ich bin dann aber trotzdem gut weggekommen und habe mich auf den Weg nach Kentucky gemacht.
Es ging so weiter wie es gestern war. Schönstes Herbstwetter (auch wenn es morgens früh noch nicht so wahnsinnig warm ist) und viele Hügel. Da ich aber Richtung Ohio unterwegs war, ging's nur bergab. Ich bin dann am Ufer angekommen wo der so genannte "Ohio-River-Greenway", ein Rad- und Spazierweg am Ufer des Flusses, ausgeschildert war. Auch wenn der Google-Routenplaner etwas anderes vorschlug - ich nahm den Radweg. Was Radwege angeht, oder sagen wir Radwegsysteme, müssen die Amerikaner noch viel lernen. Ich bin so ein, zwei Meilen dem Radweg gefolgt, da kündigt ein Schild an, dass es ab hier nicht mehr weiter geht. Der Weg endet einfach mitten im Nichts! Kein Schild am Eingang zum Radweg der irgendwas in dieser Richtung ausgesagt hätte.
Ich bin dann auf dem Weg wieder zurück. Durch ein Industriegebiet habe ich dann die Brücke gefunden, die über den Fluss nach Kentucky führt. Da es nicht so viele Brücken über den Fluss gibt, war ich gezwungen diese zu nehmen. Die Brücke hat mich dann mitten im Stadtzentrum von Louisville ausgespuckt. Louisville ist die größte Stadt in Kentucky und hat etwa 740.000 Einwohner. Ich habe relativ schnell die Straße gefunden, die mich aus der Stadt heraus brachte. Das hat aber ewig gedauert. Es war viel Verkehr, was aber nicht so schlimm war, weil alle langsam fuhren. Was nervig war, waren die Ampeln. Man musste ständig anhalten und kam so gar nicht richtig in den Tritt.
Aber irgendwann wurde der Verkehr weniger und ich kam ein bisschen aus der Stadt raus. Man fährt dann sozusagen durch den Speckgürtel von Kentucky. An den Großraum Louisville schließt sich praktisch direkt der von Lexington, die zweitgrößte Stadt des Staates an. Dazwischen wohnen offensichtlich die Leute die Geld haben. Es gibt auch einige Farmen wo Pferde auf den Weiden stehen. Kentucky ist nämlich das Mekka der Pferdezucht in den USA.
Ich bin dann am Nachmittag in Frankfort (das hat übrigens nix mit Frankfurt zu tun) angekommen. Das ist die Hauptstadt Kentuckys und auch das Zentrum der Whiskey-Industrie in den USA. Hier herum gibt es ganz viele kleinere und größere Brennereien. Deshalb habe ich mir auch eine kleine Flasche gekauft und es mir am Abend vorm Fernseher gemütlich gemacht.
Es ging so weiter wie es gestern war. Schönstes Herbstwetter (auch wenn es morgens früh noch nicht so wahnsinnig warm ist) und viele Hügel. Da ich aber Richtung Ohio unterwegs war, ging's nur bergab. Ich bin dann am Ufer angekommen wo der so genannte "Ohio-River-Greenway", ein Rad- und Spazierweg am Ufer des Flusses, ausgeschildert war. Auch wenn der Google-Routenplaner etwas anderes vorschlug - ich nahm den Radweg. Was Radwege angeht, oder sagen wir Radwegsysteme, müssen die Amerikaner noch viel lernen. Ich bin so ein, zwei Meilen dem Radweg gefolgt, da kündigt ein Schild an, dass es ab hier nicht mehr weiter geht. Der Weg endet einfach mitten im Nichts! Kein Schild am Eingang zum Radweg der irgendwas in dieser Richtung ausgesagt hätte.
Ich bin dann auf dem Weg wieder zurück. Durch ein Industriegebiet habe ich dann die Brücke gefunden, die über den Fluss nach Kentucky führt. Da es nicht so viele Brücken über den Fluss gibt, war ich gezwungen diese zu nehmen. Die Brücke hat mich dann mitten im Stadtzentrum von Louisville ausgespuckt. Louisville ist die größte Stadt in Kentucky und hat etwa 740.000 Einwohner. Ich habe relativ schnell die Straße gefunden, die mich aus der Stadt heraus brachte. Das hat aber ewig gedauert. Es war viel Verkehr, was aber nicht so schlimm war, weil alle langsam fuhren. Was nervig war, waren die Ampeln. Man musste ständig anhalten und kam so gar nicht richtig in den Tritt.
Aber irgendwann wurde der Verkehr weniger und ich kam ein bisschen aus der Stadt raus. Man fährt dann sozusagen durch den Speckgürtel von Kentucky. An den Großraum Louisville schließt sich praktisch direkt der von Lexington, die zweitgrößte Stadt des Staates an. Dazwischen wohnen offensichtlich die Leute die Geld haben. Es gibt auch einige Farmen wo Pferde auf den Weiden stehen. Kentucky ist nämlich das Mekka der Pferdezucht in den USA.
Ich bin dann am Nachmittag in Frankfort (das hat übrigens nix mit Frankfurt zu tun) angekommen. Das ist die Hauptstadt Kentuckys und auch das Zentrum der Whiskey-Industrie in den USA. Hier herum gibt es ganz viele kleinere und größere Brennereien. Deshalb habe ich mir auch eine kleine Flasche gekauft und es mir am Abend vorm Fernseher gemütlich gemacht.
Abonnieren
Posts (Atom)
