Carson City – Fallon 137km
Eine nicht ganz so ruhige Nacht endete relativ früh. Unser Host Doug und seine Frau Shelley, hatten alle Hebel in Bewegung gesetzt jedem von uns einen angenehmen Schlafplatz zu Verfügung zu stellen. Ich durfte in einem riesigen selbstaufblasbaren Bett schlafen. Das war tatsächlich sehr angenehm, bis ich mitten in der Nacht aufgewacht bin weil die Luft entwichen war. Ich bin dann ins Wohnzimmer auf die Couch umgezogen. Weil alle schon sehr früh wach waren kehrte im Wohnzimmer das Leben ein und deshalb war dich nacht um halb 7 für mich auch vorbei.
Shelley hat für uns ein ausgiebiges Frühstück gemacht mit allem was dazugehört: Eier, Speck, Oat-Meal, Saft und so weiter und sofort. Das besondere war, dass es sogar einen Richtigen Kaffee gab, denn es gab eine Espressomaschine. Nach dem guten Früstück sind wir dann ert langsam in die Gänge gekommen, sodass wir erst gegen 10 wieder auf der Straße waren.
Wir waren ja gestern in vom Pass in die Wüste hineingefahren und so ging es dann auch weiter. Die Wüste ist jetzt nicht sonderlich beeindruckend gewesen, zumal wir ohnehin die ganze Zeit dem Highway 50 gefolgt sind. Solange man sich auch noch in der Nähe von Carson City unterwegs ist, ist da aber relativ viel los und außerdem ist er 4-spurig.
Wir sind eine Weile geradelt und haben hier und da Pause gemacht. Am Anfang habe ich ein bisschen gebraucht um richtig warm zu werden. Wir sind so immer einige Meter weit auseinander gefahren, kamen dann aber auf die Idee, enger zusammen zu fahren und uns dabei in der Führungsarbeit abzuwechseln. So spart der zweite und der dritte in der Reihe immer Energie weil die oder der vor ihm fahrende den Wind abhält. Insbesondere mit dem ganzen Gepäck muss man sagen, dass das wirklich was bringt.
Apropos Gepäck: Wenn man durch die Wüste fährt, dann muss man immer darauf achten, dass man genug Wasser transportiert. Das bedeutet dann extra Gewicht, bei mir so ungefähr 4 Kilo, also 4 Liter Wasser. Auch wenn es nicht soo heiß ist, habe ich doch in den ersten 40 Minuten dann schon einen Liter Wasser getrunken.
Auf der Etappe ist dann nichts wirklich besonderes passiert. Es war meisten flach, kleine längere Hügel haben wir überwunden und dann gings wieder runter. Wir sind sehr gut vorangekommen und haben dann in Fallon zu Mittag gegessen. Da war es schon recht spät. Wir haben uns dann aufgemacht und aus der Stadt rausgefahren um uns einen Platz zum Zelten zu suchen. Wir haben vorher noch einen Laden aufgesucht um was einzukaufen. Unserer Bitte doch unsere leeren Trinkflaschen aufzufüllen kam man da nicht nach. Das war das erste mal, dass uns jemand verweigert hat uns Wasser zu geben.
Wir sind dann mit der untergehenden Sonne und Wind im Rücken in die Wüste reingefahren und haben dann auch recht schnell einen guten Zeltplatz gefunden. Wenn die Sonne untergegangen ist, das ist der Nachteil beim Wildzelten in der Nähe von Städten oder Straßen, ist es ein bisschen blöd das Licht anzumachen und so auf sich aufmerksam zu machen. Deshalb haben wir es gelassen. Das hat zur Folge, dass recht schnell Ruhe einkehrt und wir in die Zelte verschwunden sind.
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Freitag, 14. September 2012
Sonntag, 9. September 2012
Irgendwo im Nirgendwo - Carson City - Tag 6
Wenn man so mitten in der Pampa nächtigt, ohne Zelt, dann wacht man normalerweise auf wenn die Sonne aufgeht. Das war heute auch nicht anders. Nach einem mehr oder weniger improvisiertem Frühstück haben wir die Sachen aufs Rad gepackt und sind wieder auf die Straße zurückgekehrt.
Es ging weiter nach oben, aber es ging nach den Aufstiegen nicht mehr so viel Höhe verloren wie gestern. Nach zwei Stunden ist das Wasser zur Neige gegangen (das ist der Nachteil beim Wildzelten, man kann morgens nicht das Wasser auffüllen). Nach einiger Zeit sind wir an eine Kreuzung gekommen an der ein Laden ausgeschildert war. Problem: es ging zu dem Laden etwa eine Meile steil den Berg hinunter. Das bedeutete zusätzliche Höhenmeter, aber die nächste Möglichkeit die Wasservorräte aufzufüllen (und die direkt an der Route lag), war noch mehr als 6 Meilen weg. Und die bergauf zu fahren dauert schon. Wir haben dann die Gelegenheit genutzt ein weiteres Frühstück einzulegen.
Wir haben uns dann wieder aufgemacht den Pass zu erreichen. Es hat noch eine Weile gedauert aber am frühen Nachmittag war es dann geschafft. Der erste große Berg. Etwa 2600 Meter, und das am vierten Tag. Vorgestern war ich in Folsom in den Berg hineingefahren. Das liegt auf 67 Metern. Ergibt also einen Anstieg von zweieinhalbtausend Metern, die zwischenzeitlichen Abfahrten kommen dann noch dazu.
Oben am Pass haben wir dann, mittlerweile obligatorisch, die Wasserflaschen aufgefüllt und sind den Pass runtergedüst. Dann ging es ziemlich schnell nach Nevada rein. Leider haben wir kein Schild passiert, vor dem man hätte posieren können. Dafür gabs andere Ansichten:
Gestern hatten wir in der Kneipentankstelle kurzfristig über die warmshowerslist.org jemanden in Carson City angeschrieben und gefragt ob er uns für eine Nacht aufnehmen könnte. Ein netter Radfahrer hat sich dann gemeldet und somit haben wir unsere Etappe in Carson City beendet. Doug, so heißt unser Gastgeber, hat uns dann sogar noch zum Supermarkt gefahren, so konnten wir unsere Vorräte auffüllen. Denn die Gegend in die wir uns morgen begeben werden ist ziemlich dünn besiedelt, sodass es schwierig werden könnte unterwegs was zu bekommen.
Blöderweise habe ich gestern Abend vergessen das Handy aufzuladen, deshalb gibt es vom heutigen Tag keine Auswertung der gefahrenen Strecke.
Es ging weiter nach oben, aber es ging nach den Aufstiegen nicht mehr so viel Höhe verloren wie gestern. Nach zwei Stunden ist das Wasser zur Neige gegangen (das ist der Nachteil beim Wildzelten, man kann morgens nicht das Wasser auffüllen). Nach einiger Zeit sind wir an eine Kreuzung gekommen an der ein Laden ausgeschildert war. Problem: es ging zu dem Laden etwa eine Meile steil den Berg hinunter. Das bedeutete zusätzliche Höhenmeter, aber die nächste Möglichkeit die Wasservorräte aufzufüllen (und die direkt an der Route lag), war noch mehr als 6 Meilen weg. Und die bergauf zu fahren dauert schon. Wir haben dann die Gelegenheit genutzt ein weiteres Frühstück einzulegen.
Wir haben uns dann wieder aufgemacht den Pass zu erreichen. Es hat noch eine Weile gedauert aber am frühen Nachmittag war es dann geschafft. Der erste große Berg. Etwa 2600 Meter, und das am vierten Tag. Vorgestern war ich in Folsom in den Berg hineingefahren. Das liegt auf 67 Metern. Ergibt also einen Anstieg von zweieinhalbtausend Metern, die zwischenzeitlichen Abfahrten kommen dann noch dazu.
Oben am Pass haben wir dann, mittlerweile obligatorisch, die Wasserflaschen aufgefüllt und sind den Pass runtergedüst. Dann ging es ziemlich schnell nach Nevada rein. Leider haben wir kein Schild passiert, vor dem man hätte posieren können. Dafür gabs andere Ansichten:
Gestern hatten wir in der Kneipentankstelle kurzfristig über die warmshowerslist.org jemanden in Carson City angeschrieben und gefragt ob er uns für eine Nacht aufnehmen könnte. Ein netter Radfahrer hat sich dann gemeldet und somit haben wir unsere Etappe in Carson City beendet. Doug, so heißt unser Gastgeber, hat uns dann sogar noch zum Supermarkt gefahren, so konnten wir unsere Vorräte auffüllen. Denn die Gegend in die wir uns morgen begeben werden ist ziemlich dünn besiedelt, sodass es schwierig werden könnte unterwegs was zu bekommen.
Blöderweise habe ich gestern Abend vergessen das Handy aufzuladen, deshalb gibt es vom heutigen Tag keine Auswertung der gefahrenen Strecke.
Placerville - Irgendwo im Nirgendwo - Tag 5
Heute Morgen bin ich nicht so wirklich gut weggekommen vom Motel. Ich war zwar schon ziemlich früh wach, aber ich habe dann erstmal in Ruhe gefrüstckt und ausgiebig Kalorien zugeführt.
Es stellt sich auch heraus, dass es auch immer eine Weile dauert bis alles zusammengepckt ist. Man muss am Ende des Tages die Taschen fast immer komplett leren, damit man immer das findet was man sucht.
Ich habe mich dann gegen viertel nach 9 auf den Weg gemacht. Und dabei ging es so weiter wie es gestern aufgehört hatte. Nämlich steil den Berg hinauf. Da ich etwas spät gestartet bin, hat es auch nicht sehr lange gedauert bis es richtig heiß geworden ist. Es ging also so wie gestern: kleinen Gang rein und dann in geringem Tempo den Berg hinauf. Ich hatte Abends noch eine Extra-Flasche Wasser gekauft. Ich habe also insgesamt 3 Liter Wasser transportiert. Ich habe dann so einen Verbrauch gehabt, dass ich praktisch bei jeder Gelegenheit Wasser gekauft, oder meine Trinkflaschen aufgefüllt. Den Tag über sind es sicherlich 7 Liter Wasser gewesen die sich zu mit genommen habe.
Die Hitze, gepaart mit der Steigung, hat dann dazu geführt, dass ich ständig Pausen eingelegt habe. Damit bin ich ganz gut klargekommen. An einem Geschäft irgendwo mitten im Nichts an diesem Berg habe ich angehalten und die beiden Radfahrer wieder getroffen, die ich am Vortag überholt hatte. Wir haben dann ein bisschen gequatscht und entschieden gemeinsam weiterzufahren.
Wenn man etwas weiter in der Pampa unterwegs ist, dann ist man ziemlich auf die kleinen Läden angewiesen die irgendwie an der Strecke liegen. Man kann ja immer nur eine begrenzte Menge Wasser und Essen transportiern. Man muss also vorher schon immer ganz gut planen und praktisch überall "einkehren" weil es sonst einfach nix mehr gibt. Wir sind dann in Cooks Station in einen Laden rein, der alles zu sein scheint: Treffpunkt für die Leute der Umgebung, Geschäft, Tankstelle und Bar. Für einen lächerlich geringen Preis haben wir dort super gegessen. Nach ein oder zwei Stunden haben wir dann mit dem weitergemacht was wir praktisch den kompletten Tag gemacht haben: Man strampelt den Berg hoch, ein paar hundert Fuß oben angekommen gehts dann wieder runter, nicht ganz so weit wie vorher hoch, aber man verliert immer was von der Höhe die man sich erarbeitet hat.
Weil wir so ziemlich abseits von allem waren, haben wir Abends nach einem Zeltplatz Ausschau gehalten. Wir haben was gefunden, mit toller Aussicht und nicht einsehbar von der Straße.
An dem Tag haben wir es auf 6500 Fuß(etwa 1900 Meter) geschafft. Das Zelt habe ich gar nicht aufgebaut sondern mich einfach so hingelegt.
Es stellt sich auch heraus, dass es auch immer eine Weile dauert bis alles zusammengepckt ist. Man muss am Ende des Tages die Taschen fast immer komplett leren, damit man immer das findet was man sucht.
Ich habe mich dann gegen viertel nach 9 auf den Weg gemacht. Und dabei ging es so weiter wie es gestern aufgehört hatte. Nämlich steil den Berg hinauf. Da ich etwas spät gestartet bin, hat es auch nicht sehr lange gedauert bis es richtig heiß geworden ist. Es ging also so wie gestern: kleinen Gang rein und dann in geringem Tempo den Berg hinauf. Ich hatte Abends noch eine Extra-Flasche Wasser gekauft. Ich habe also insgesamt 3 Liter Wasser transportiert. Ich habe dann so einen Verbrauch gehabt, dass ich praktisch bei jeder Gelegenheit Wasser gekauft, oder meine Trinkflaschen aufgefüllt. Den Tag über sind es sicherlich 7 Liter Wasser gewesen die sich zu mit genommen habe.
Die Hitze, gepaart mit der Steigung, hat dann dazu geführt, dass ich ständig Pausen eingelegt habe. Damit bin ich ganz gut klargekommen. An einem Geschäft irgendwo mitten im Nichts an diesem Berg habe ich angehalten und die beiden Radfahrer wieder getroffen, die ich am Vortag überholt hatte. Wir haben dann ein bisschen gequatscht und entschieden gemeinsam weiterzufahren.
Wenn man etwas weiter in der Pampa unterwegs ist, dann ist man ziemlich auf die kleinen Läden angewiesen die irgendwie an der Strecke liegen. Man kann ja immer nur eine begrenzte Menge Wasser und Essen transportiern. Man muss also vorher schon immer ganz gut planen und praktisch überall "einkehren" weil es sonst einfach nix mehr gibt. Wir sind dann in Cooks Station in einen Laden rein, der alles zu sein scheint: Treffpunkt für die Leute der Umgebung, Geschäft, Tankstelle und Bar. Für einen lächerlich geringen Preis haben wir dort super gegessen. Nach ein oder zwei Stunden haben wir dann mit dem weitergemacht was wir praktisch den kompletten Tag gemacht haben: Man strampelt den Berg hoch, ein paar hundert Fuß oben angekommen gehts dann wieder runter, nicht ganz so weit wie vorher hoch, aber man verliert immer was von der Höhe die man sich erarbeitet hat.
Weil wir so ziemlich abseits von allem waren, haben wir Abends nach einem Zeltplatz Ausschau gehalten. Wir haben was gefunden, mit toller Aussicht und nicht einsehbar von der Straße.
An dem Tag haben wir es auf 6500 Fuß(etwa 1900 Meter) geschafft. Das Zelt habe ich gar nicht aufgebaut sondern mich einfach so hingelegt.
Freitag, 7. September 2012
West Sacramento - Placerville - Tag 4
Heute war es ziemlich heiß. 88 Grad Fahrenheit, das entspricht etwa 31 Grad Celsius. Und wenn einem dann die Sonne auf den Rücken knallt, dann fällt das Radfahren auch ziemlich schwer. Dann muss man Geduld haben und langsam fahren.
Es ging heute morgen früh um 9 in West Sacramento los. Ich habe ziemlich lange gebraucht um aus der Stadt rauszukommen. Es war wahnsinnig viel Verkehr und es hat teilweise ewig gedauert eine Kreuzung zu überqueren. Irgendwann war ich aber draußen und bin eine ganze Weile auf dem American River Bike Trail gefahren. Es war irgendwie eine seltsame Landschaft, viel Gestrüpp keine oder nur kleine Bäume, aber schön. Es waren viele andere Radfahrer unterwegs, ausschließlich Rennradfahrer. Bis auf eine Ausnahme, als mir ein anderer Reiseradler entgegen kam. Ich habe ihn aber so spät gesehen und er war so flott unterwegs, dass ich ihn nicht fragen konnte wohin es geht. Er hatte diese orangen Ortlieb-Packtaschen vom Globetrotter, muss wohl ein Deutsch gewesen sein. Später habe ich dann noch zwei Radler überholt die in gleicher Richtung unterwegs sind. Dies zwei waren zusammen mit den beiden Radlern unterwegs die auch bei David in San Francisco zu Gast waren. Die hatten mir von den Beiden erzählt, ich hätte aber trotzdem nicht geglaubt, dass man sich tatsächlich über den Weg fährt. Die zwei waren auch ziemlich überrasche, dass ich über sie Bescheid wusste.
Ich habe dann in Folsom eine Pause eingelegt. Folsom ist der Ort wo auch das berühmte Folsom-Prison liegt. Ich habe es aber nicht gesehen. Bis zum Ort Folsom war der gesamte Weg ziemlich flach. Danach ging es dann so langsam in die Sierra Nevada rein und auch die Landschaft verändert sich sehr. Es geht nun eher durch Wälder.
Langsam bedeutet in diesem Fall nicht flach, sondern es gibt ständig Rampen und längere Anstiege. Die "erarbeiteten" Höhenmeter lösen sich dann im Anschluss aber wieder in Wohlgefallen auf, denn es geht immer wieder runter. Speziell bei der Hitze ist das ziemlich zermürbend. Es war relativ viel Verkehr und es kam eben diese Hitze dazu. Bei teilweise Steigungen im zweistelligen Bereich muss man den den kleinsten Gang reinhauen und versuchen so entspannt wie möglich, beinahe in Schrittgeschwindigkeit, den Berg hochzufahren. In der Strava-Auswertung könnt ihr das Höhenprofil ganz gut nachvollziehen. Ich habe regelmäßig Pausen eingelegt wenn sich ein bisschen Schatten bot. Bei den Pausen bin ich heute wieder etliche Male angesprochen worden, man erregt wirklich Aufsehen wenn man mit einem bepacken Rad unterwegs ist. Die Leute sind immer ziemlich begeistert. Mir werden jetzt schon etliche Daumen gedrückt, auch wurde angekündigt für mich und eine erfolgreise Reise zu beten. Interessant ist auch wenn man auf einem Radweg unterwegs ist, dann kommen die Rennradfahrer von hinten und man unterhält sich beim Nebeneinander herfahren.
So langsam wird mir bewusst was so eine Reise für einen Hunger erzeugt. Hier mal eine kurze Aufstellung von dem was ich heute so alles gegessen habe:
2 große weiche Oatmeal Cookies
eine Zimtschnecke
einen Pfirsich
2 Tomaten
einen Burrito
einen Burrite mit Käse überbacken
Nüsse
2 Mal Chili Cheese Pommes
1 Mal einen Junkyard-Hot Dog belegt mit Chili, mit Käse, mit Zwiebel und Pommes (!)
Kalorien habe ich übrigens nicht gezählt. Ich gebe dem Körper nur was er verlangt :-)
Die letzteren beiden Sachen habe ich am Zielort Placerville zu mir genommen. Da gibt es einen Fast Food Laden, der sich "Wienerschnitzel" nennt. Was deren Sortiment mit Wiener Schnitzel zu tun haben soll erschließt sich mir nicht, lecker war es auf alle Fälle. Man musste auch ein bisschen Auf die Sachen warten. Es scheint dass, zumindest teilweise, die Sachen "frisch" gemacht werden. Die liegen nicht wie bei McDonalds oder so fertig im Regal.
Ich bin heute wieder mangels Campingmöglichkeit in ein Motel eingecheckt. Morgen geht es weiter den Berg hinauf. Ich bin schon gespannt wie weit ich komme.
Es ging heute morgen früh um 9 in West Sacramento los. Ich habe ziemlich lange gebraucht um aus der Stadt rauszukommen. Es war wahnsinnig viel Verkehr und es hat teilweise ewig gedauert eine Kreuzung zu überqueren. Irgendwann war ich aber draußen und bin eine ganze Weile auf dem American River Bike Trail gefahren. Es war irgendwie eine seltsame Landschaft, viel Gestrüpp keine oder nur kleine Bäume, aber schön. Es waren viele andere Radfahrer unterwegs, ausschließlich Rennradfahrer. Bis auf eine Ausnahme, als mir ein anderer Reiseradler entgegen kam. Ich habe ihn aber so spät gesehen und er war so flott unterwegs, dass ich ihn nicht fragen konnte wohin es geht. Er hatte diese orangen Ortlieb-Packtaschen vom Globetrotter, muss wohl ein Deutsch gewesen sein. Später habe ich dann noch zwei Radler überholt die in gleicher Richtung unterwegs sind. Dies zwei waren zusammen mit den beiden Radlern unterwegs die auch bei David in San Francisco zu Gast waren. Die hatten mir von den Beiden erzählt, ich hätte aber trotzdem nicht geglaubt, dass man sich tatsächlich über den Weg fährt. Die zwei waren auch ziemlich überrasche, dass ich über sie Bescheid wusste.
Ich habe dann in Folsom eine Pause eingelegt. Folsom ist der Ort wo auch das berühmte Folsom-Prison liegt. Ich habe es aber nicht gesehen. Bis zum Ort Folsom war der gesamte Weg ziemlich flach. Danach ging es dann so langsam in die Sierra Nevada rein und auch die Landschaft verändert sich sehr. Es geht nun eher durch Wälder.
Langsam bedeutet in diesem Fall nicht flach, sondern es gibt ständig Rampen und längere Anstiege. Die "erarbeiteten" Höhenmeter lösen sich dann im Anschluss aber wieder in Wohlgefallen auf, denn es geht immer wieder runter. Speziell bei der Hitze ist das ziemlich zermürbend. Es war relativ viel Verkehr und es kam eben diese Hitze dazu. Bei teilweise Steigungen im zweistelligen Bereich muss man den den kleinsten Gang reinhauen und versuchen so entspannt wie möglich, beinahe in Schrittgeschwindigkeit, den Berg hochzufahren. In der Strava-Auswertung könnt ihr das Höhenprofil ganz gut nachvollziehen. Ich habe regelmäßig Pausen eingelegt wenn sich ein bisschen Schatten bot. Bei den Pausen bin ich heute wieder etliche Male angesprochen worden, man erregt wirklich Aufsehen wenn man mit einem bepacken Rad unterwegs ist. Die Leute sind immer ziemlich begeistert. Mir werden jetzt schon etliche Daumen gedrückt, auch wurde angekündigt für mich und eine erfolgreise Reise zu beten. Interessant ist auch wenn man auf einem Radweg unterwegs ist, dann kommen die Rennradfahrer von hinten und man unterhält sich beim Nebeneinander herfahren.
So langsam wird mir bewusst was so eine Reise für einen Hunger erzeugt. Hier mal eine kurze Aufstellung von dem was ich heute so alles gegessen habe:
2 große weiche Oatmeal Cookies
eine Zimtschnecke
einen Pfirsich
2 Tomaten
einen Burrito
einen Burrite mit Käse überbacken
Nüsse
2 Mal Chili Cheese Pommes
1 Mal einen Junkyard-Hot Dog belegt mit Chili, mit Käse, mit Zwiebel und Pommes (!)
Kalorien habe ich übrigens nicht gezählt. Ich gebe dem Körper nur was er verlangt :-)
Die letzteren beiden Sachen habe ich am Zielort Placerville zu mir genommen. Da gibt es einen Fast Food Laden, der sich "Wienerschnitzel" nennt. Was deren Sortiment mit Wiener Schnitzel zu tun haben soll erschließt sich mir nicht, lecker war es auf alle Fälle. Man musste auch ein bisschen Auf die Sachen warten. Es scheint dass, zumindest teilweise, die Sachen "frisch" gemacht werden. Die liegen nicht wie bei McDonalds oder so fertig im Regal.
Ich bin heute wieder mangels Campingmöglichkeit in ein Motel eingecheckt. Morgen geht es weiter den Berg hinauf. Ich bin schon gespannt wie weit ich komme.
Donnerstag, 6. September 2012
San Francisco - West Sacramento - Tag 3
Heute war es endlich soweit. Es ging heute auf die Straße. Ich bin um halb sechs aufgestanden und viertel vor sieben in Richtung Fährgebäude gestartet. Das frühe Aufstehen funktioniert aufgrund des noch anhaltenden Jetlags ziemlich gut.
David hat mich noch bis zur Fähre begleitet. Ich bin dann etwa eine Stunde mit dem Schiff nach Vallejo gefahren und konnte dabei ein paar interessante Foto machen:
Die Stadt Vallejo liegt praktisch am östlichen Ufer der San Francisco Bay. Von dort bin ich der Route vom ACA gefolgt. Die Adventure Cycling Association ist eine Organisation, die ein Routennetzwerk in den USA geschaffen haben und dazu passende Karten und Daten anbieten. Die Nutzung dieser Routen ist eben dann interessant wenn man zum ersten Mal in den USA mit dem Rad unterwegs ist und etwas benötigt, was verlässlich und gut zu planen ist. Ich habe die Route mittels einem Routenplaner (www.bikeroutetoaster.com) auf ein Garmin Dakota 20 übertragen. Das heisst, ich muss in der Regel nicht an jeder Kreuzung anhalten um auf die Karte zu sehen, sondern ich bekomme immer angezeigt wo's langgeht. Das ist praktisch und spart enorm Zeit. Ebenso kommt man nicht aus dem Tritt weil man eben nicht anhalten muss. Der Nachteil eine vordefinierte Route zu fahren ist eben auch der, dass man als Radtourenfahrer nur einer von vielen ist. Ich habe aber auch gemerkt, dass das aber nicht hinderlich ist mit den Leuten ins Gespräch zu kommen.
Direkt heute Morgen vielleicht 2 oder 3 Minuten nach dem Start, immernoch in San Francisco, spricht mich an der Ampel eine Joggerin von der Seite an: "Where are you goin'?" Auf meine Antwort hin ("New York") ist die beinahe ausgeflippt. Der Begleiter der Joggerin hat gar nichts mehr gesagt. Schon irgendwie witzig wie die Leute reagieren, ich bin noch öfter angesprochen worden.
Insgesamt wird man als Radfahrer hier gut behandelt. Die Autos überholen fast nur mit riesigen Abstand und wenn man mal stehen bleibt wird einem sofort Hilfe angeboten. Es gibt auch sehr sehr viele ganz hervorragende Radwege.
Zur Tour heute: Traumhaft! Ich bin durch eine Hügellandschaft auf irgendeinem historischen Highway gefahren der seine Funktion praktisch verloren hat, weil die Interstate heute die maßgebliche Verbindung zwischen San Francisco und Sacramento darstellt. Trotzdem ist die Straße nicht vergammelt und wird offensichtlich auch gepflegt. Stellenweise hatte ich eine ganze Stunde die Straße für mich ganz alleine. Links und rechts gab es Felder mit Weinreben, Limetten- und Pfirsichbaumplantagen.
Mittagspause habe ich in einem Örtchen namens Winters gemacht, dessen Aussehen ein bisschen an den Wilden Westen erinnert:
Am Abend habe ich mir in West Sacramento ein Motelzimmer genommen. Die Gegend hier ist ziemlich dicht besiedelt und ein Campingplatz war so ohne weiteres nicht erreichbar.
Ich bin heute insgesamt 118 km gefahren bei einem Schnitt von ca. 21 km/h. Falls ihr genauer sehen wollt wo ich gefahren bin könnt ihr das unter Etappen einsehen. Ihr könnt dort die jeweilige Auswertung meines Strava-Profils angucken. Strava ist ein Dienst, den man verwendet kann wenn mach später nachvollziehen möchte wo man wie gefahren ist.
Bis morgen!
Tim
David hat mich noch bis zur Fähre begleitet. Ich bin dann etwa eine Stunde mit dem Schiff nach Vallejo gefahren und konnte dabei ein paar interessante Foto machen:
Die Stadt Vallejo liegt praktisch am östlichen Ufer der San Francisco Bay. Von dort bin ich der Route vom ACA gefolgt. Die Adventure Cycling Association ist eine Organisation, die ein Routennetzwerk in den USA geschaffen haben und dazu passende Karten und Daten anbieten. Die Nutzung dieser Routen ist eben dann interessant wenn man zum ersten Mal in den USA mit dem Rad unterwegs ist und etwas benötigt, was verlässlich und gut zu planen ist. Ich habe die Route mittels einem Routenplaner (www.bikeroutetoaster.com) auf ein Garmin Dakota 20 übertragen. Das heisst, ich muss in der Regel nicht an jeder Kreuzung anhalten um auf die Karte zu sehen, sondern ich bekomme immer angezeigt wo's langgeht. Das ist praktisch und spart enorm Zeit. Ebenso kommt man nicht aus dem Tritt weil man eben nicht anhalten muss. Der Nachteil eine vordefinierte Route zu fahren ist eben auch der, dass man als Radtourenfahrer nur einer von vielen ist. Ich habe aber auch gemerkt, dass das aber nicht hinderlich ist mit den Leuten ins Gespräch zu kommen.
Direkt heute Morgen vielleicht 2 oder 3 Minuten nach dem Start, immernoch in San Francisco, spricht mich an der Ampel eine Joggerin von der Seite an: "Where are you goin'?" Auf meine Antwort hin ("New York") ist die beinahe ausgeflippt. Der Begleiter der Joggerin hat gar nichts mehr gesagt. Schon irgendwie witzig wie die Leute reagieren, ich bin noch öfter angesprochen worden.
Insgesamt wird man als Radfahrer hier gut behandelt. Die Autos überholen fast nur mit riesigen Abstand und wenn man mal stehen bleibt wird einem sofort Hilfe angeboten. Es gibt auch sehr sehr viele ganz hervorragende Radwege.
Zur Tour heute: Traumhaft! Ich bin durch eine Hügellandschaft auf irgendeinem historischen Highway gefahren der seine Funktion praktisch verloren hat, weil die Interstate heute die maßgebliche Verbindung zwischen San Francisco und Sacramento darstellt. Trotzdem ist die Straße nicht vergammelt und wird offensichtlich auch gepflegt. Stellenweise hatte ich eine ganze Stunde die Straße für mich ganz alleine. Links und rechts gab es Felder mit Weinreben, Limetten- und Pfirsichbaumplantagen.
Mittagspause habe ich in einem Örtchen namens Winters gemacht, dessen Aussehen ein bisschen an den Wilden Westen erinnert:
Am Abend habe ich mir in West Sacramento ein Motelzimmer genommen. Die Gegend hier ist ziemlich dicht besiedelt und ein Campingplatz war so ohne weiteres nicht erreichbar.
Ich bin heute insgesamt 118 km gefahren bei einem Schnitt von ca. 21 km/h. Falls ihr genauer sehen wollt wo ich gefahren bin könnt ihr das unter Etappen einsehen. Ihr könnt dort die jeweilige Auswertung meines Strava-Profils angucken. Strava ist ein Dienst, den man verwendet kann wenn mach später nachvollziehen möchte wo man wie gefahren ist.
Bis morgen!
Tim
San Francisco - Tag 2
Da ich erst geplant habe morgen die Stadt zu verlassen und mit der eigentlichen Tour zu beginnen, hatte ich heute die Gelegenheit mich etwas in der Stadt umzusehen und noch ein paar wichtige Besorgungen zu machen.
Wenn man in einem Land unterwegs ist in dem man mit der heimischen Währung nicht bezahlen kann, ist es ratsam etwas Bares der jeweiligen Währung in der Tasche zu haben. Das hat der Geldautomat nicht so gesehen und verweigerte mir partout die Auszahlung. Das Problem klärte sich nach ein paar Telefonaten: Man muss die Karte bei seiner Bank für den ausländischen Einsatz freischalten lassen! So etwas müsste man schon wissen, damit man auch ohne Schreck in den Urlaub starten kann. Aber was solls... kurz nach dem Telefonat mit der Dame von der Deutschen Bank ging es dann.
Außerdem habe ich mir noch eine amerikanische Telefonnummer besorgt. Inklusive Telefonguthaben und Internet. So ganz ohne auf Tour zu gehen habe ich mich dann doch nicht getraut ;-)
Bei einem Trip wie der den ich hier unternehme, macht man sich ja wie ich gestern schon geschrieben habe eine ausführliche Packliste. Man berücksichtigt alles, bis auf kleine Schräubchen und irgendwelchen anderen Kleinkram denkt man an alles. Aber offensichtlich hat mich die Liste doch nicht davor bewahrt trotzdem was zu vergessen: den Helm! Also bin ich dann los und habe mir ein paar Radläden angeguckt. Davon gibt es hier massig. Die Läden sind vollgestopft mit Leuten denen man einfach anmerkt, dass sie Radfahrer sind und wahrscheinlich auch gar keine Autos haben. Eine Sache auf die ich immer wieder gestoßen bin sind die Taschen von Ortlieb die ich auch an meinem Rad habe. Offensichtlich schein es hier nichts zu geben, was irgendwie an die Qualität dieser Taschen heranreicht. Einen Helm habe ich dann auch gefunden. Es war nicht sooo ärgerlich dass ich den alten vergessen habe, weil der eh vom Lidl war und ich jetzt was "richtiges" habe.
Ich habe mir dann mein Rad geschnappt und mich auf die Straßen von San Francisco begeben. Das war ziemlich aufregend, es geht hoch und runter, dann wieder total flach, viel Verkehr, viel Wind und manchmal Sonne. Nach einiger Zeit bin ich dann auch an der Golden Gate Bridge rausgekommen.
Am Abend hat Lindsey, Davids Freundin dann etwas für uns gekocht. Außer mir waren gestern noch zwei weitere Radfahrer hier zu Gast. Sie kommen von der Kanadischen Grenze und werden in den nächsten Tagen noch weiter bis nach Mexico fahren, das Land also einmal vertikal durchqueren.
Um 10 Uhr war ich dann schon so dermaßen müde, dass ich mich verabschiedet habe und ins Bett gefallen bin.
Morgen früh gehts dann richtig los.
Samstag, 14. Juli 2012
Abflug und Ankunft in San Francisco - Tag 1
Nach Monatelanger Vorbereitung war es gestern dann wirklich soweit. Einen ganzen Tag lang hatte ich die Ausrüstung zusammengesucht, verpackt, aufs Fahrrad gepackt und testweise eine Runde gedreht. Was sich alles dabei habe und wie das auf dem Rad aussieht seht ihr unter Ausrüstung.
Um zehn Uhr morgens hat mich Birgit zum Flughafen in Frankfurt gefahren. Aufgrund der sagen wir mal nicht ganz so großen Motivation seitens United Airlines, mir die Information zukommen zu lassen, wie genau das Rad aufgegeben werden muss, haben wir es erstmal gänzlich unverpackt mitgenommen. Seitens der Website von United hieß es, dass sie möglicherweise Transportkartons zu Verfügung stellen. Da mir das aber zu schwammig war haben wir vorsorglich Verpackungsmaterial mit eingepackt. Was sich dann auch gelohnt hat. Der Typ am Schalter gucke mich auf meine Nachfrage diesbezüglich an wie ein Auto. Also das das Rad wieder zurück ins Parkhaus gebracht und eine kleine Bastelstunde eingelegt. Das hat nicht lange gedauert, in Gegensatz zum erneuten Check In-Versuch. Aber der war auch irgendwann abgewickelt, und aufgrund der ganzen Aktion war es schon an der Zeit sich zu verabschieden und ins Flugzeug einzusteigen.
Und wer hätte zu diesem Zeitpunkt noch dran geglaubt: es war an der Zeit für ein Positiverlebnis. Die Flugbegleiterin konnte scheinbar nicht mit ansehen (vielleicht hat sie auch einfach nur Konfliktpotential vermutet)wie ich eingepfercht zwischen Toiletten und Indischer Familie mit Kleinkind auf den Start wartete. Sie schickte mich auf einen anderen Platz. Es dauerte nicht lange bis bis ein schwergewichtiges Paar herannahte und mich die Frau mit einem bestimmten "Des sinn unnnsä Plätzzz!" von dort verscheuchte. Mit einem mitleidigen Blick wurde ich dann von der Flugbegeleiterin in die Econonmy Plus Klasse verlegt. Mit ordentlich Beinfreieheit.
Der Flieger stand dann noch so ungefähr eine Stunde rum, weil irgendwas scheinbar repariert werden musste und dann gings los. Der Flug verlief ziemlich problemlos, ab und zu gab es schöne Aussichten aus dem Fenster wie zum Beispiel die als wir gerade Grönland passierten:
Angekommen sind wir dann mit ungefähr der gleichen Verspätung. Bei der Gepäckrückgabe habe ich dann auch ziemlich schnell min Fahrrad gefunden.
Ich habe das mit Hilfe des mitgenommenen Werkzeugs einfach an Ort und Stelle aufgebaut und meine Sachen draufgepackt. Der Hinweis von einem Polizisten, dass es nicht erlaubt sei im Flughafen Fahrrad zu fahren warf meine ganzen Pläne natürlich total durcheinander.
Ich habe das Rad dann in die Bahn gepackt und bin in die Stadt gefahren. Während es noch total sonnig war als ich einstieg war nur Minuten danach draußen so ein Nebel der Eichstätt vor Neid erblassen lassen würde. Sah ziemlich seltsam aus. Ich habe dann recht schnell das Haus von meinem Warmshowers.org Host David gefunden. Nach kurzer Pause sind wir um die Ecke zu einem Mexikaner gegangen und haben superleckere Burritos gegessen. Dazu gabs ein ordentliches PBR.
Danach bin ich schnell ins Bett gefallen.
Um zehn Uhr morgens hat mich Birgit zum Flughafen in Frankfurt gefahren. Aufgrund der sagen wir mal nicht ganz so großen Motivation seitens United Airlines, mir die Information zukommen zu lassen, wie genau das Rad aufgegeben werden muss, haben wir es erstmal gänzlich unverpackt mitgenommen. Seitens der Website von United hieß es, dass sie möglicherweise Transportkartons zu Verfügung stellen. Da mir das aber zu schwammig war haben wir vorsorglich Verpackungsmaterial mit eingepackt. Was sich dann auch gelohnt hat. Der Typ am Schalter gucke mich auf meine Nachfrage diesbezüglich an wie ein Auto. Also das das Rad wieder zurück ins Parkhaus gebracht und eine kleine Bastelstunde eingelegt. Das hat nicht lange gedauert, in Gegensatz zum erneuten Check In-Versuch. Aber der war auch irgendwann abgewickelt, und aufgrund der ganzen Aktion war es schon an der Zeit sich zu verabschieden und ins Flugzeug einzusteigen.
Und wer hätte zu diesem Zeitpunkt noch dran geglaubt: es war an der Zeit für ein Positiverlebnis. Die Flugbegleiterin konnte scheinbar nicht mit ansehen (vielleicht hat sie auch einfach nur Konfliktpotential vermutet)wie ich eingepfercht zwischen Toiletten und Indischer Familie mit Kleinkind auf den Start wartete. Sie schickte mich auf einen anderen Platz. Es dauerte nicht lange bis bis ein schwergewichtiges Paar herannahte und mich die Frau mit einem bestimmten "Des sinn unnnsä Plätzzz!" von dort verscheuchte. Mit einem mitleidigen Blick wurde ich dann von der Flugbegeleiterin in die Econonmy Plus Klasse verlegt. Mit ordentlich Beinfreieheit.
Der Flieger stand dann noch so ungefähr eine Stunde rum, weil irgendwas scheinbar repariert werden musste und dann gings los. Der Flug verlief ziemlich problemlos, ab und zu gab es schöne Aussichten aus dem Fenster wie zum Beispiel die als wir gerade Grönland passierten:
Angekommen sind wir dann mit ungefähr der gleichen Verspätung. Bei der Gepäckrückgabe habe ich dann auch ziemlich schnell min Fahrrad gefunden.
Ich habe das mit Hilfe des mitgenommenen Werkzeugs einfach an Ort und Stelle aufgebaut und meine Sachen draufgepackt. Der Hinweis von einem Polizisten, dass es nicht erlaubt sei im Flughafen Fahrrad zu fahren warf meine ganzen Pläne natürlich total durcheinander.
Ich habe das Rad dann in die Bahn gepackt und bin in die Stadt gefahren. Während es noch total sonnig war als ich einstieg war nur Minuten danach draußen so ein Nebel der Eichstätt vor Neid erblassen lassen würde. Sah ziemlich seltsam aus. Ich habe dann recht schnell das Haus von meinem Warmshowers.org Host David gefunden. Nach kurzer Pause sind wir um die Ecke zu einem Mexikaner gegangen und haben superleckere Burritos gegessen. Dazu gabs ein ordentliches PBR.
Danach bin ich schnell ins Bett gefallen.
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