Nach dem Ausruhen kommt die Action. Ich hatte gestern Abend schon das Gefühl, dass das Radfahren nach einem Ruhetag wie Arbeiten sein könnte. Vor allem deshalb, weil ich ab heute alleine unterwegs bin und außerdem die langweiligsten Etappen der Tour anstehen. Weil ich die so schnell wie möglich hinter mich bringen will, habe ich die Etappen großzügig geplant.
Ich bin früh raus, habe noch mit Ken gefrühstückt, und mich dann nachdem das Rad gepackt war verabschiedet. Um halb 9 oder so saß ich dann auf dem Rad. Es geht aus Pueblo raus und schon ist die Langeweile da: Es geht nur geradeaus. Zuerst waren links und rechts noch ein paar Häuser, dann kommt irgendwann gar nichts mehr. Das Land links und rechts der Straße ist zwar ordentlich eingezäunt. von der Nutzung des Landes in irgendeiner Art ist aber nichts zu sehen. Den ganzen Tag über bin ich einer Eisenbahnlinie gefolgt, die offensichtlich schon seit langer Zeit stillgelegt wurde. Insgesamt gab das ein sehr desaströses Bild ab. Ich bin durch einen Ort gekommen wo auf der Hauptstraße jedes(!) Geschäft und Wirtschaftsgebäude leer stand. Viele Wohnhäuser scheinen auch verlassen zu sein.
Ich bin dann irgendwann mittags an einem Ort angekommen (etwas größer, es gab schon einen Supermarkt) der so runtergekommen war, dass ich gar keine Lust hatte dort eine ausgiebige Pause einzulegen. So ist es dann gekommen, dass ich den ganzen Tag ohne richtige Pause gefahren bin. Ich habe dabei eigentlich durchweg Musik gehört. Ansonsten fällt man vermutlich vor Langeweile vom Rad.
Gegen späterem Nachmittag, konnte man ansatzweise erkennen, dass das die Gegend doch irgendwie landwirtschaftlich genutzt wird. Es gab hier und dann mal einen Bauernhof mit Silos zu sehen. Außerdem gab es eine "Einrichtung" zu sehen, wo schätzungsweise tausende Kühe in Gattern gehalten wurden. Ich weiß nicht wieso die da so eng zu tausenden zusammengepfercht sind. Ich schätze aber, dass die dort hinkommen kurz bevor sie geschlachtet werden und noch ein bisschen "fetter" zu werden, denn großartig rumlaufen können die ja da nicht.
Ich bin dann gegen 5 in dem Kaff namens Eads angekommen wo ich im einzigen Motel des Ortes abgestiegen bin. Zu Abend habe ich dann im einzigen Restaurant gegessen. Da war auch was los, ich war offensichtlich der einzige auswärtige dort. Das Restaurant scheint ein wichtiger Punkt für den Ort zu sein. Ich kam mir ein bisschen vor wie in einem Dokumentarfilm oder einer Milieustudie über das Leben auf dem Land in den USA in der Wirtschaftskrise.
Den Abend habe ich damit verbracht die Route für die kommenden Tage zu planen. Ich werde voraussichtlich die ACA Route bald verlassen und meinen eigenen Weg fahren, da die Route weiter südlich verläuft und ich ja über West Virginia nach New York will.
Hast ja dann schon die Hälfte ca. geschafft, oder? Restpekt! So viel weter südlich liegt West Virginia doch garnicht. Also wie ich das auf Google Maps immer mitverfolge...
AntwortenLöschenGute Reise wünsche ich dir dann noch!
Gruß Wolle
Stimmt, hast du gut beobachtet. Ist mir selbst erst heute aufgefallen :-)
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