Mit der aufgehenden Sonne sind wir aufgewacht und haben unser Zeug zusammengepackt. Ich musste vorher aber noch den Schlauch meines Hinterrades wechseln weil ich mir gestern einen Platten reingefahren hatte. Wir hatten angehalten und eine Pause gemacht. Die Räder haben wir von der Straße weggeschoben (mein Ständer hat unter dem Gewicht mittlerweile kapituliert) und die Räder irgendwo angelehnt. Dabei habe ich mir wohl bei einem Gestrüpp einen Dorn in den Reifen gedrückt. So viel zum Pannenschutzreifen... naja.
Heute stand wieder eine Wüstenetappe an. Mit Sand und mit Gestrüpp so weit das Auge reicht. Eigentlich unspekakulär. Nach einiger Zeit sind wir aber wieder aus der Ebene rausgekommen und wieder in die Berge rein. Das sind wohl nun die Vorboten der Rockies... Wir sind weiter dem Highway 50 gefolgt der um Carson City gestern noch so voll mit Autos und Lastwagen war. Hier draußen wird aus dem Highway aber die „einsamste Straße Amerikas“. Das habe ich gelesen, als wir zur Mittagspause in Middelton angehalten haben. Die einzige Möglichkeit überhaupt heute an was essbares zu kommen. Der Ort, der eigentlich ausschließlich aus der Raststätte am Highway besteht ist wirklich sehenswert. Es sieht aus wie man es aus dem Film kennt. Verrostete Schilder draußen, die zeigen dass man auch tanken kann. Keinen asphaltierten Boden sondern nur Wüstenstaub und Leute ohne Zähne die dort arbeiten.
Man hat uns erklärt, dass es ratsam sei von dort aus nicht weiter dem Highway 50 zu folgen, sondern stattdessen einer alten Straße, die wieder auf den 50ger zurückführt. Aus folgendem Grund: Wenn wir dem Highway zu unserem nächsten Etappenziel fahren (Austin) wird unser Wasser kaum reichen. Fahren wir die alte Straße, müssen wir dann zwar einen Pass bewältigen, aber danach gibt es einen Bach dessen Wasser man trinken kann. Wir haben uns dann für Letzteres entschieden und sind losgefahren.
Ich habe mich heute auf dem Rad nicht so wohl gefühlt. Das war auch bei der Einfahrt zu dem Pass so. Wir haben nach einer Weile eine Pause gemacht und sind wieder aufs Rad gestiegen. Danach gings dann super. Ich bin los und der Berg hat sich fast von selbst erledigt. Ich war deutlich schneller als die anderen oben und konnte die Gelegenheit nutzen ein paar Bilder zu machen. Die Passhöhe liegt bei 2271 Metern.
Bei der Abfahrt vom Pass haben wir schnell die angekündigte Wasserstelle gefunden. Mit Hilfe von zwei Wasserfiltern die meine beiden Kollegen dabei haben, haben wir recht schnell und einfach die Menge Wasser gefiltert, die wir brauchen. Dabei wird ein Schlauch ins Wasser gehalten der das Wasser per handbetriebener Pumpe aus dem Bach in den Filter saugt. Danach sind wir nicht lange weitergefahren. Da wir auf einer Nebenstraße des einsamsten Highways der USA unterwegs sind, haben wir unsere Zelte direkt an der Straße aufgeschlagen. In der Zeit in der wir nun hier sitzen, und das ist besitmmt länger als ne Stunde ist ein einziges Auto vorbeikommen. Gerade wird gekocht. Es gibt Reis.
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