Wir haben das Motel gegen 10 Uhr verlassen. Es ging praktisch sofort in den Aufstieg, wenn auch sehr flach. Nachdem wir eigentlich erst gestern die Wüste so richtig verlassen haben, fanden wir uns heute nach einigen Kilometern mitten im Herbst wieder. Die Wälder waren schon bunt gefärbt.
Die erste Zeit fuhren wir zwar auf nasser Straße, Regen gab es aber nicht. Das änderte sich auch nicht bis kurz vor der Mittagspause als es stark anfing zu regnen. Da waren wir schon einige Meter aufgestiegen und es war entsprechend kalt. Ich habe mich dann bis in einen kleinen Ort gerettet der so heißt wie ein beliebter Vorname im Osten Deutschlands: Rico. In einem winzigen Cafe haben wir dann für unglaublich teures Geld zu Mittag gegessen. Ein Sandwich schlug mit deftigen 8,50$ zu Buche. Nicht schlecht, aber wenn man am Ende der Welt ist und über einem der Himmel zusammenbricht... was solls...
Es hörte auf zu regnen aber pünktlich als wir wieder losgelegt haben gings auch mit dem Regen wieder los. Und es trat ein was ich leise befürchtet hatte: aus dem Regen wurde Schnee. Ich war gut in mehreren Schichten eingepackt, zudem war ich überaus froh eine Regenhose zu haben. Die hielt die Beine zumindest von außen trocken. Die Schuhe, die ich trage sind eigentlich wasserdicht, was aber nicht verhindert, dass Wasser von oben hineinläuft. Ich hatte tierisch kalte Füße und musste mich neben dem Fahren stellenweise darauf konzentrieren die Zehen zu bewegen, damit die nicht völlig steif wurden. Glücklicherweise blieb der Schnee auf der Straße nicht liegen.
Ich habe mich dann mehr oder weniger auf dem Pass hochgekämpft, der Spaß hielt sich dabei in Grenzen. Oben angekommen war ich eben froh, dass ichs geschafft hatte, der Abstieg war aber auch nicht angenehmer. Ich war auf der Passhöhe schon ein bisschen wackelig auf den Beinen, was daran liegen könnte dass man aufgrund der Kälte keinen Durst verspürt und deshalb nicht ausreichend trinkt oder schlichtweg an der Höhe.
Die Abfahrt war jedenfalls etwas unangenehm. Auch wenn man warm eingepackt ist - irgendwie findet der Fahrtwind den Weg an den Körper. Ich habe dann zwischendurch angehalten um mich aufzuwärmen und die Gelegneheit genutzt ein Paar Bilder zu machen.
Ich bin gegen 5 oder so dann im Telluride angekommen. Ein kleiner netter Ort, in dem auch in der Nicht-Ski-Saison etwas los ist. Ich habe allein 4 Fahrradläden gezählt (bei 2300 Einwohnern). Wir sind in der billigsten Unterkunft eingecheckt die wir gefunden haben (trotzdem noch ziemlich teuer - aber so ist das eben in nem Skiort). Aufgrund des Wetters und der Höhe ist hier an zelten momentan nicht zu denken. Das schöne an der Unterkunft war allerdings der Whirlpool draußen, in dem wir uns niedergelassen und uns ein Bier gegönnt haben.
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