Freitag, 14. September 2012

25 Meilen vor Eureka – 25 Meilen vor Ely - 123km - Tag 10

Diese Nacht war tierisch kalt. Schon beim Essen kochen hat man gemerkt, dass es kühl werden würde, aber so... das hatten wir nicht erwartet. Ich bin in der Nacht aufgewacht, weil ich sehr kalte Füße hatte. Ich habe dann Socken angezogen. Es stellte sich heraus, da es immer kälter wurde, und dass das gar nichts brachte. Ich habe den Schlafsack bis oben hin zugemacht. Dies hatte zur Folge dass mir oben rum ziemlich warm war, genauso die Beine, die Unterschenkel und die Füße saukalt. Insgesamt ein seltsames Gefühl.

Mit dem Aufstehen habe ich dann gemerkt, dass das Kondenswasser, was sich über Nach in einem Zelt, besonders bei einem einwandigem wie ich es habe, bilden kann, zu Eis gefroren war. Es war also klar, dass es wohl Frost gegeben hatte. Mit der aufgehenden Sonne schmolz das Eis und es fing im Zelt quasi zu regnen an. Also alles schnell zusammengepackt, raus aus dem Zelt und gewartet bis alle einigermaßen von der Sonne getrocknet war.

Ähnlich wie gestern hatten wir noch c.a. 20, 30 Meilen bis zum nächsten Ort. Da mir die Lust auf ein Frühstück im Zelt vergangen war, habe ich auf die Tube gedrückt und wir sind relativ schnell nach Eureka reingekommen.

Eureka liegt wie Austin auch ein bisschen höher, über einer Senke, ist in ein einem ähnlichen Stil errichtet und sieht ein bisschen aus wie im Wilden Westen. Und ist genauso jämmerlich verlassen. Hier wurde am Ortseingang aber stolz per verschiedener Beschilderung darauf hingewiesen viel vielseitig der Ort doch ist, und was es alles zu erleben gäbe. Von Radfahren über Jagen und Angeln, alles möglich! Wir haben uns im örtlichen Lebensmittelhändler (ein Supermarkt war es jedenfalls nicht) mit Lebensmittel für den Tag und den Abend eingedeckt. Ein Opernhaus gab es übrigens!


Danach stand das obligatorische Mittagessen an. Das habe wir in einem scheinbar ganz besonderem Laden eingenommen. Die Kassiererin beim Lebensmittelhändler hatte uns darauf hingewiesen. Ebenso der Sherrif den wir fragten als wir es nicht auf Anhieb gefunden haben. Es nannte sich Pony Express Delicatessen und scheinbar kommt hier das ganze Dorf zum Mittagessen zusammen. Eine Atmosphäre die man als normaler Tourist sicher auch nicht überall erleben kann. Leute vom Bau, Leute die offensichtlich gerade zur Jagd kamen oder gingen, Familien, alles vertreten. Kurz nach uns kam dann auch noch der Sherrif rein. Es gab Roastbeef-Sandwiches mit Salat. Richtig lecker. Wir haben im Anschluss noch unsere Trinkflaschen aufgefüllt. Ebenso haben wir das Spiel von gestern wiederholt. Als wir den Laden verlassen, kommt ein Auto mit Rädern auf dem Dach auf den Parkplatz. Wir erklären unsere Absichten und die Beiden sind ziemlich begeistert von unserer Tour und willigen auch sofort ein. Wenn es um Wasser für durstige Radler in der Wüste geht, wird einem wohl (meistens) schnell geholfen.

Vom Fahren her war es so wie immer: flach, hoch, steil hoch, runter, flach, steil und so weiter. Insgesamt haben wir heute 3 Pässe passiert. Zwei größere, jeweils mit etwa 1500 Fuß, dazwischen noch ein kleiner. Am Abend war ich ganz schön geschafft.

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