Montag, 17. September 2012

20 Meilen hinter Gunnisson - Cedar City - 181 km -Tag 13

Es gibt Tage an denen man mal über sich hinauswachsen kann oder muss. Heute war so einer. Wir sind gegen 9 Uhr von unserem Schlafplatz aufgebrochen. Am Anfang war sehr schöner Rückenwind, dass ich sehr schnell vorangekommen bin. Kyle habe ich da erstmal hinter mir gelassen.

Schon um 2 Uhr war ich in Milford angekommen, wo ich eigentlich für diesen Tag das Ziel gesehen hatte. Ich hatte aber gegen 2 Ur noch nicht wirklich Lust aufzuhören zu fahren. Erst Recht wollte ich endlich mal aus dieser langweiligen Wüste raus. Ich habe dann in Milford eineinhalb Stunden Rast gemacht und auf Kyle gewartet der aber nicht kam. Ich habe mich dann entschieden weiterzufahren. Bis nach Cedar City sollten es noch etwas mehr als 50 Meilen sein. Schon noch ein ganzer Brocken, aber machbar. Als ich dann aus dem Ort raus bin gesellte sich jemand zu mir der mir den Rest des Tages das Leben noch schwer machen sollte: Der Gegenwind. So einfach das heute morgen noch war zu fahren so schwierig wurde das nun. Mir blieb aber nun nicht anderes übrig weiterzufahren.

Ich habe mich dann den letzten Berg hochgekämpft (da war es praktisch windstill) und dann gehofft recht schnell (weil eigentlich bergab) nach Cedar City rein zu kommen. Als ich aber über den Gipfel gekommen bin gings ebenso weiter wie vorher- Mir war auf dem Weg nach oben der Schaltzug für die vorderen Kettenblätter gerissen, sodass ich nur noch die kleinen, leichten Gänge fahren konnte. Das ist auf dem Weg nach kein Problem, bei Berg fahren tritt man jedoch schnell ins leere. Ich habe dann provisorisch einen Stein zwischen Umwerfer und Rahmen geklemmt, sodass ich zumindest das mittlere Kettenblatt verwenden konnte.

Die Täler hier sind so dermaßen groß, dass es einem leicht passieren kann, dass man sich hinsichtlich der Entfernungen ziemlich verschätzen kann. Die Stadt war vom Pass aus schon zu sehen, dann denkt man man sei sofort da. Tatsächlich ist die Stadt aber noch 35 km entfernt. Bei dem Gegenwind hat man dann Mühe wirklich dahin zu kommen. Obwohl es bergab geht. Ich weis jetzt nicht wie lange es gedauert hat, aber immer wenn man das Gefühl hatte, dass man näher kommt, hat man dann doch realisiert, das die Lichter (es war schon dunkel) immer noch weit weg sind.

Angekommen in Cedar City, habe ich am Ortseingang, irgendwo an der Autobahn dann ein Motel ausfindig gemacht. Erschöpft aber glücklich bin ich dann ins Bett gefallen.

1 Kommentar:

  1. Coole Tour, Tim! Macht Spass immer wieder mitzulesen. Weiterhin viel Erfolg!
    Gruß, Sven P.

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